Samstag, 19. Mai 2012
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Geschichte der Aquaristik

Bereit lange bevor es Aquarienvereine oder ähnliche Institutionen gegeben hat, wurde in den Menschen das Bestreben geweckt, lebende Tiere und Pflanzen zu pflegen und zu beobachten.

Der Ursprung der tropischen Aquaristik ist sicher nicht in unseren Breiten zu suchen, vielmehr in etwas wärmeren Gegenden.

So wissen wir heute, dass schon die alten Ägypter in und um ihre Wohnungen besondere Behälter aufgestellt hatten, die ihnen zum einen die Hälterung von Nutzfischen und zum anderen die Beobachtung der Tiere ermöglichten. Vom Aztekenfürsten Montezuma wird berichtet, dass sich in seinem Tiergarten auch Behälter mit Süß- und Seewasser befanden, die zur Pflege und Zucht von Fischen dienten. Sehr weit zurück liegen auch die Anfänge der Fischzucht in Südostasien. Wie ein Bericht aus dem Jahre 1000 erwähnt, hielt man in einer Tempelanlage Goldfische als "Haustiere". Aus dieser Zeit stammen auch die sogenannten Drachenkübel zur Hälterung der Goldfische.

Anfang des 16. Jahrhunderts dürfte der Goldfisch nach Europa gekommen sein. Der Kurfürstliche-Brandenburgische Leibarzt Leonhard Thurneysser zum Thurn (1530-1596) hielt und beobachtete, urkundlich nachgewiesen, in einem Glasbehälter Fische.

Im 18.Jahrhundert nahm mit Entdeckung des Sauerstoffs und der Erfindung des Mikroskops die wissenschaftliche Haltung von Fischen und Pflanzen einen unwahrscheinlichen Aufschwung. Jetzt konnte man Fische und Pflanzen längere Zeit zusammen halten. Man erkannte die biologischen Zusammenhänge und entdeckte, dass Pflanzen im Licht Kohlensäure aufnehmen und Sauerstoff abgeben, der wiederum den Fischen zum Leben dient.

Weiter wurde in verschiedenen Schriften in den Jahren 1841 bis 1855 erstmals der Begriff "Aquarium" erwähnt. Im Jahre 1856 verfasst der deutsche Naturforscher Emil Adolf Roßmäßler in der Zeitschrift "Die Gartenlaube" den wegweisenden Aufsatz " Die Welt im Glase". Durch diese und weitere Veröffentlichungen gilt Roßmäßler als der Vater der Aquarienkunde in Deutschland. Im Jahre 1890 erschienen die "Blätter für Aquarien- und Terrarienkunde", die wohl als erste deutschsprachige Fachzeitschrift anzusehen ist. Eine große Reihe weiterer Fachzeitschriften folgt.

Als nach dem 2.Weltkrieg die schnellere Luftfracht auch die verlustärmere Einfuhr von tropischen Fischen und Wasserpflanzen ermöglichte, erlebte die Aquaristik einen weiteren Aufschwung. Durch Exkursionen in die Herkunftsländer erfuhr man weiteres Wissen über die Lebensbedingungen von Fisch und Pflanze. Ständigen technischen Weiterentwicklungen von Industrie und Handel, unzähligen Publikationen in Büchern und Zeitschriften und dem Erfindungs- und Experimentiergeist der Aquarianer ist es zu verdanken, dass wir heute auf einem hohem wissenschaftlichem und technischem Stand unser Hobby betreiben können. Durch diese Entwicklung ist es nicht nur möglich geworden, Fische und Wasserpflanzen erfolgreich über viele Jahre hinweg zu pflegen und zu kultivieren, sondern auch zu vermehren.

Viele Aquarianer haben auch bereits dazu beigetragen, dass sich im Aquarium Fische vermehrten, die in der Natur leider bereits ausgestorben sind. Dies ist zum Glück (noch) nicht die Regel; wenn aber die ständigen Umweltzerstörungen in tropischen Ländern nicht bald drastisch eingeschränkt werden, wird dies in absehbarer Zeit keine Seltenheit mehr sein. Brandrodungen, durch Silberwaschung mit Quecksilber verseuchte Seen und Flüsse und natürlich ständige Trockenlegungen von Tümpeln und Weihern werden unmissverständlich dazu führen, sämtliches Leben zu zerstören.

Wir alle sollten unseren Beitrag dazu leisten, damit es nicht soweit kommt und die "Geschichte der Aquaristik" nicht selbst zur "Geschichte" wird!

 
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