Der Kohlefilter - Tipps zum Eigenbau Eine der häufigsten Krankheits- bzw. Todesursachen bei Aquarienfischen ist die Vergiftung durch Schadstoffe im Wasser (z.B. Kupfervergiftung oder Chlor- siehe Tipp 14). Meist sind wir völlig ratlos und fragen uns wieso immer wieder Fische sterben. Es wurde doch alles richtig gemacht.
Insbesondere bei stark besetzten Aquarien sind hohe und häufige Wasserwechsel erforderlich (z.B. Buntbarschbecken - 1 mal wöchentlich 50%). Nach dem Wasserwechsel sind Aquarienfische stark aktiv und fühlen sich wohl. Ist das nicht so, und die Fische stehen nach dem Wasserwechsel unbeweglich und Flossen klemmend im Wasser, sie zucken und scheuern sich stark am Sand und den Steinen? Dann kam mal wieder schlechtes (und für Fische lebensbedrohliches) Wasser aus der Leitung.
Der Kohlefilter: Das Wasser fließt aus der Leitung durch den Kohlefilter bereits gereinigt ins Aquarium. Es enthält keine fischgiftigen Schadstoffe, wie z.B. Pestizide und Schwermetalle, mehr. Der pH - Wert bleibt dabei unverändert. Dieser Effekt kann nur durch einen geeigneten Filterkörper erreicht werden. Das Leitungswasser muss eine bestimmte Wasserstrecke ( ca. 110cm) durchfließen, um schadstofffrei zu sein. Der Durchmesser sollte dabei 7cm betragen (ein größerer Durchmesser bringt nicht mehr, da das Wasser den kürzesten Weg nimmt und den Rand des Filterkörpers dann nicht durchfließt. Der Kohlewechsel erfolgt erst nach einer Durchflussmenge von ca. 35 - 40.000 Liter Wasser. Das gilt nur für hochaktive Steinkohle. Wenn Sie Holzaktivkkohle verwenden (fragen Sie dazu Ihren Zoofachhändler) halbiert sich die Standzeit. Das bedeutet bei einem 200 Liter Aquarium (vierzehntägiger Wasserwechsel 80 Liter) eine Standzeit von knapp 10 Jahren, bevor die Kohle erneuert werden muss!
Wird die Kohle in den Aquarienfilter eingebracht, werden diese Effekte nicht erzielt, denn: - das belastete Wasser kommt zunächst ins Becken und wirkt auf die Fische - die Durchflusstrecke ist zu niedrig. Daran ändert auch der häufige Durchfluss des Filters nichts. - Die teure Kohle muss ständig erneuert werden, da Huminstoffe und Fischurin im Becken schnell die Oberfläche belegen.
- Kohle im Aquarium entzieht auch den Pflanzen die Nährstoffe. Sie können bei Dauerfilterung über Kohle unmöglich gedeihen.
Zur Herstellung verwenden Sie ein 110cm langes PVC Rohr mit dem Durchmesser 7cm und verbinden dieses mit einem Anschlussstück und einem Schlauchstück mit dem Wasseranschluss. Das andere Ende verbinden Sie mit einem Anschlussstück an einen Schlauch, der ins Aquarium führt. Filterkörper und Verschraubungen müssen dem Wasserdruck Stand halten. Verwenden Sie die im Handel erhältlichen, so genannten PVC - Fittings. Sie werden mit Tangit verklebt. Sie können nun die Aktivkohle z.B. in kleine Filtersäckchen, besser in einen langen Seidenstrumpf einbringen und das Ganze in die Röhre schieben. Ohne Seidenstrumpf würde die Kohle vom Wasser einfach durch den Schlauch ins Becken gespült werden. Ein eingeklebtes Kunststoffsieb am Ausfluss erfüllt denselben Zweck. Sie können beim Wasserwechsel den Zufluss voll aufdrehen, der ganze Vorgang dauert also nicht länger als gewöhnlich. Der Kohlefilter kann mit speziellen Halterungen an der Wand, oder im Aquarienunterschrank angebracht werden.
PVC - Fittings oder komplette Kohlefilter gibt's im Handel, z.B. bei unserem Naturefood - Partner http://www.malawis-only.de. Sie finden dort auch ein Bild von einem Kohlefilter mit zwei Röhren, deren Durchflusslänge insgesamt auch 110cm beträgt.
An dieser Stelle sollen noch zwei Dinge erwähnt werden. Erstens müssen die Pflanzen nach dem Wasserwechsel über Kohle gedüngt werden. Zweitens sei noch gesagt, dass eine Umkehrosmoseanlage den selben Zweck erfüllt; Sie also keinen Kohlefilter zusätzlich benötigen. Allerdings wird das Wasser durch eine Umkehrosmoseanlage auch vollentsalzt; der pH - Wert ist dann neutral bei 7,0. So genanntes "Osmosewasser" sollte auch nur mit speziellem Wissen, für besondere Zwecke verwendet werden.
Die Anschaffung bzw. besonders der Eigenbau eines Kohlefilters lohnt sich immer. Sie sparen Medikamente und müssen durch Vergiftungen gestorbene Tiere nicht ersetzen. Außerdem war es schon immer der bessere Weg, Krankheiten zu vermeiden, als ihre Folgen zu bekämpfen.
Achtung: Wenn die Kohle gesättigt ist, gibt sie die Schadstoffe wieder ans Wasser ab. Vergessen Sie nicht die Kohle rechtzeitig zu wechseln. Da das erst nach 10 Jahren oder später sein kann, sollten Sie sich die Standzeit vorher ausrechnen und das Datum z.B. mit Klebezettel auf dem Filter anbringen.
Michael Geiger
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