Freitag, 30. Juli 2010
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"Doktor-Fische" haben eine äußerst heilsame Wirkung

Ralf Schräpels "Doktor-Fische" haben eine äußerst heilsame Wirkung
TROSSINGEN/ALDINGEN - Auch wenn manche Bekannte nun grußlos an Ralf Schräpel vorübergehen, weil sie ihn nicht erkennen: Sich eine Glatze schneiden zu lassen, hat sich in jedem Fall gelohnt, meint der Trossinger, der unter Schuppenflechte leidet. Nun hat die von ihm ausprobierte Fisch-Therapie auch auf seiner Kopfhaut Wirkung gezeigt.

In eine mit Fischen gefüllte Wanne zu steigen ist nicht jedermanns Sache, weiß der Erzieher. Er ist-Vorsitzender des Aldinger Aquariumvereins und hatte-als Aquarianer-keine Berührungsängste gehabt. Zwei Wochen hatte er täglich eine Stunde lang in-einer Spezialwanne mit 30 dieser-etwa 13 Zentimeter großen Fischchen-gebadet. Der Effekt: Dort, wo die Fische die Haut anknabbern konnten, sind die offenen Wunden vollständig verschwunden. Zurück blieben lediglich Schattenflecken, aber mit denen kann der Trossinger leben. Als klar war, dass die Therapie Erfolg hat, entschloss sich der Familienvater, sie auch auf der Kopfhaut auszuprobieren. Denn die Schuppenflechte-kann auf-allen Hautflächen auftreten, auch auf Fingernägeln und Schleimhäuten.

TROSSINGEN/ ALDINGEN - Auch wenn manche Bekannte nun grußlos an Ralf Schräpel vorübergehen, weil sie ihn nicht erkennen: Sich eine Glatze schneiden zu lassen, hat sich in jedem Fall gelohnt, meint der Trossinger, der unter Schuppenflechte leidet. Nun hat die von ihm ausprobierte Fisch-Therapie auch auf seiner Kopfhaut Wirkung gezeigt.

Von unserer Mitarbeiterin Fatima Majsoub

Man könnte ihn glatt für Kojak halten, fehlt nur noch der Lolli.-Lächelnd lässt Ralf Schräpel Witze dieser Art über sich ergehen. Schließlich hat sich-das-Abschneiden seiner Haarpracht-gelohnt. Der unerträgliche, Nerven aufreibende-Juckreiz-ist vorbei, sagt-er freudestrahlend, als ob er es selbst kaum fassen kann, und zeigt seine Hände. Wo früher noch offene Wunden zu sehen waren, ist jetzt rosige Haut.-"24 Stunden, vier Jahre lang" hat er unter den Auswirkungen der unheilbaren Schuppenflechte, der Psoriasis, auf seinem ganzen Körper gelitten - bis er auf eine neue Therapieform gestoßen-war: die Behandlung mit einer speziellen Fischart, der Rötlichen Saugbarbe, die die abgestoßenen Schuppen von der Haut knabbert.-Im Speichel der Tiere ist ein Sekret, das heilend auf die Haut wirkt-(wir berichteten). Bislang werden Psoriasis-Patienten hauptsächlich mit Kortison behandelt, das aber-mit der Zeit die Stärke der-Haut vermindert. Eine andere Möglichkeit ist die Behandlung mit Laser, die aber nicht von der Krankenkassen getragen werde, so Ralf Schräpel.

In eine mit Fischen gefüllte Wanne zu steigen ist nicht jedermanns Sache, weiß der Erzieher. Er ist-Vorsitzender des Aldinger Aquariumvereins und hatte-als Aquarianer-keine Berührungsängste gehabt. Zwei Wochen hatte er täglich eine Stunde lang in-einer Spezialwanne mit 80 dieser-etwa 13 Zentimeter großen Fischchen-gebadet. Der Effekt: Dort, wo die Fische die Haut anknabbern konnten, sind die offenen Wunden vollständig verschwunden. Zurück blieben lediglich Schattenflecken, aber mit denen kann der Trossinger leben. Als klar war, dass die Therapie Erfolg hat, entschloss sich der Familienvater, sie auch auf der Kopfhaut auszuprobieren. Denn die Schuppenflechte-kann auf-allen Hautflächen auftreten, auch auf Fingernägeln und Schleimhäuten.

Sich von seiner Lockenpracht zu trennen, sei ihm allerdings nicht leicht gefallen, er sei schon etwas eitel, gibt Ralf Schräpel-grinsend zu. Aber das Opfer hat sich gelohnt. Bereits nach drei Tagen Wannensitzungen habe der Juckreiz auf dem Kopf deutlich nachgelassen, nach einer Woche sei er sogar ganz weg gewesen, und nach einer weiteren Woche war die Behandlung, die durch UV-Bestrahlungen und das Auftragen von Fettsalben unterstützt wurde,-abgeschlossen.-Zum Vergleich zeigt er Bilder, die vor und nach der Behandlung aufgenommen wurden:-Wo vorher-großflächige Ekzeme zu sehen waren, ist nun gesunde Haut.

Es bleiben ein Wermutstropfen: Den Juckreiz auf den Schleimhäuten wird Ralf Schräpel zumindest nicht direkt mit Hilfe der Fische in den Griff bekommen. Er hofft aber, dass die Beruhigung der äußeren Haut nach innen wirkt.

Vorher
Nachher
Vorher und nachher: Nachdem die Garra Rufa-Fischchen an seiner Kopfhaut knabbern durften, sind die Ausschläge auf Ralf Schräpels Kopf nahezu verschwunden-ebenso der entsetzliche Juckreiz.- Fotos: privat/ Majsoub

 

 
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