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Darf's ein bisschen mehr sein? Shrimps, Garnelen oder Hummer sind ein alter Hut. Im norwegischen Bergen kommen Riesenkrabben auf den Tisch. Die Meeresmonster sind vier Kilo schwer, haben Fangarmen von über einem Meter Durchmesser und einen stolzen Endpreis von 3000 Kronen (450 Euro). Sie kommen in der weltweit ersten Zuchtanlage für Königskrabben in Vardø auf die Welt und frisch aus dem Aquarium auf den Tisch. Angst vor Atom-Krabben Als die riesigen Krebse zum ersten Mal vor anderthalb Jahrzehnten an der norwegischen Nordküste auftauchten, glaubten etliche Fischer zunächst an geheimnisvolle und Furcht erregende Mutationen - vielleicht durch Atomexplosionen unter Wasser. Manche der Tiere waren zehn Kilo schwer und hatten und zwei lange Fangarme. Schnell verbreitete sich die Kunde, dass sowjetische Meeresbiologen Anfang der 60er Jahre Exemplare der Kamchatka-Krabbe (paralithodes camtschatikus) aus dem nördlichen Pazifik in die Barentssee im Nordosten Norwegens umgepflanzt hatten. Man wollte sehen, wie die in sehr kaltem Wasser lebenden Tiere die neue Umgebung annehmen würden. Seit Ende der 80er Jahre kannten dann auch die Norweger die Antwort. Lästiger Fang, gefräßiger Räuber Die Invasion der Monsterkrabben drang schnell in westlicher und auch südlicher Richtung vor. Ohne natürliche Feinde am Meeresgrund konnten sich die Riesentiere gewaltig schnell vermehren und machten sich als unerwünschter und für die Netze gefährlicher Beifang bei der Fischerei höchst unbeliebt. Dass der Dorsch aus manchen Fjorden ganz und gar verschwunden war, wurde auch der Gefräßigkeit dieser mehrbeinigen und alles fressenden Eindringlinge zugeschrieben. Vom Schädling zur Delikatesse Alle Versuche, die lästige neue Tierart auszurotten, schlugen fehl. Da kamen die Fischer auf die Idee, dass der Nahrungsfeind auch auf dem Teller landen könnte. Nicht nur Japaner essen für ihr Leben gern Krebse aller Art und bezahlen dafür bereitwillig viel Geld. Zwischen Kirkenes an der russischen Grenze und dem Nordkap dürfen Fischer etwa 100.000 Riesenkrabben jährlich fangen. Das sind knapp 20 Prozent des Bestandes. Westlich und südlich davon ist der Fang der Krabben sogar völlig freigegeben, weil ihre weitere Ausbreitung verhindert werden soll. Vier Jahre Aufzucht Obwohl das Meer die Fischer in ausreichender Menge mit Tieren versorgt, schreckt das die Zuchtpioniere in Vardø nicht ab. "Wilde Königskrabben gibt es nur drei Monate im Jahr, während wir das ganze Jahr über die nötigen Mengen liefern können", sagte Produktionschef Runar Kofoed der Osloer Zeitung "Aftenposten". Vier Jahre lang müssen die Krabben gefüttert werden, ehe sie für den Verkauf geeignet sind. Als Abnehmer kommen nur für Restaurants mit ausreichend Platz für ein geräumiges Aquarium in Frage. ![]() |
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